Internet
1. Vor allem junge Internetanwender haben die so genannten Social Communities für sich entdeckt (z.B. schülerVZ, studiVZ, MySpace, Facebook, Kwick, wer-kennt-wen, etc.). So faszinierend und nützlich die neuen Möglichkeiten der sozialen Vernetzung auch sind, das Problem dabei ist, dass die jungen Nutzer oftmals sehr freizügig viele persönliche Daten von sich preisgeben: Name, Hobbys, Lebenssituation oder gar die eigene Adresse und Telefonnummer.Allerdings ist vielen dabei nicht bewusst, dass ihre Daten und Fotos in den Social Communities öffentlich und wie an einem Schwarzen Brett für alle auf der Welt sichtbar und weiterverwendbar sind.
→ Liebe Eltern, grundsätzlich gilt: Je sparsamer Jugendliche bei der Weitergabe von persönlichen Daten und Fotos sind, desto sicherer ist der Aufenthalt im Social Network!
→ Achten Sie darauf, dass das Social Community-Angebot über eine technische Funktion verfügt, mit dem Ihr Kind die eigene Privatsphäre schützen kann. Ihr Kind kann durch Einstellung nur bestimmten Nutzern den Zugriff auf das eigene Profil erlauben oder aber ganz verwehren. Chat-Bewertungen und Sicherheitseinstellungen finden Sie unter www.chatten-ohne-risiko.net.
2. Beunruhigend ist der rasche Anstieg von Mobbingfällen mit Hilfe der Neuen Medien. Opfer von Cyberbullying oder Cybermobbing können per SMS beleidigt, durch gemeine Filmereien mit dem Handy schikaniert oder gar in Internetforen bedroht werden. Absender sind häufig die eigenen Klassenkameraden. Die Opfer leiden besonders, weil das Publikum unüberschaubar groß ist, sich die Inhalte rasend schnell verbreiten und der Terror nach der Schule über Computer und Handy im Kinderzimmer weitergeht.
→ Wichtig ist es, Lehrerinnen und Lehrer zu kontaktieren und die Eltern der Täter anzusprechen.
→ Informieren Sie sich über die Möglichkeiten der Neuen Medien und zeigen Sie Interesse daran, was Ihr Kind im Internet tut, was es fasziniert. Dies sind die besten Voraussetzungen für fruchtbare Gespräche mit Ihrem Kind, auch über schwierige Themen. Bei Problemen können sich Eltern Rat und Hilfe holen bei:
http://www.jugendschutz.net
http://www.schau-hin.info
http://www.zepf.uni-landau.de
http://www.klicksafe.de
→ In Fällen von Cybermobbing wenden Sie sich grundsätzlich sofort an den Anbieter des Social Networking-Portal und fordern ihn zum Einschreiten auf. Beleidigende Bilder oder Nachrichten sollten Sie anhand von Screenshots (die Seite mit „Druck“ in die Zwischenablage speichern und mit „Strg“+“V“ in ein Bildbearbeitungsprogramm einfügen) dokumentieren.
→ Sollte Ihr Kind bedroht werden, empfiehlt es sich unbedingt, umgehend die Polizei einzuschalten und Anzeige zu erstatten. Weitere Informationen dazu auf www.mobbing.seitenstark.de
3. Es kommt vor, dass Verabredungen mit einer virtuellen Bekanntschaft getroffen werden.
→ Lassen Sie Ihr Kind niemals alleine – ohne erwachsene Begleitung – zu einem Treffen mit einer Internetbekanntschaft gehen! Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass die Angaben in den Profilen fremder User nicht zwangsläufig stimmen müssen und bleiben Sie mit Ihrem Kind im Gespräch über seine Kontakte im Internet.
4. Computer und Internet gehören heute selbstverständlich zur Lebenswelt der Jugendlichen. Problematisch wird es, wenn Computer und Internet im Alltag so viel Raum einnehmen, dass keine Zeit und Energie mehr für andere Dinge, wie Hobbys oder Schule bleibt.
→ Versuchen Sie, den Aufenthalt am PC durch zeitliche Vereinbarungen oder das Aufzeigen von Alternativen einzuschränken. Unterstützen Sie eine ausgeglichene, sinnvolle Computer- und Internetnutzung, beispielsweise für Recherchearbeiten bei Hausaufgaben!
→ Kinder benötigen in der Regel noch keinen eigenen PC. Sie sollten das familiäre Gerät im Zentrum der Wohnung nutzen.
→ Bei der Hausaufgabenerledigung achten Sie dringend auf eine störungsfreie Atmosphäre, d.h. ohne Telefon, ohne Handy, ohne PC (außer bei Recherchearbeiten), ohne PC mit akustischen Signalen bei Eingang einer Mail oder Anklopfen eines Chat-Freundes, …
Liebe Eltern, behalten Sie das Vertrauen Ihrer Kinder. Sprechen Sie viel mit ihnen. Sensibilisieren Sie sie für die richtige Zeitnutzung des Internets, vermitteln Sie ihnen Werte nach der Goldenen Regel: „Ich behandle andere so, wie ich selbst behandelt werden möchte!“, um ein verantwortungsbewusstes Miteinander zu Hause und in der Schule sicherzustellen.
Einen langen Atem im Umgang mit Ihren Kindern und viel Freude mit ihnen wünscht
Heidi Mauel
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