Das „Förderkonzept Deutsch“ für die Erprobungsstufe
Zielgruppe
Zielgruppe des „Förderkonzepts Deutsch“ sind alle Schüler der Jahrgangsstufen 5 und 6. Wichtig für die Lernfortschritte des einzelnen Schülers ist einerseits, dass Schwächen rechtzeitig festgestellt und behoben werden. Andererseits sollen auch Stärken erkannt und in besonderer Weise gefördert werden. Analyse der Sprachkompetenz Um eine möglichst differenzierte und am Lernbedarf der Schüler orientierte Förderung anbieten zu können, wird zu Beginn des Schuljahres in der Jahrgangsstufe 5 mit Hilfe eines Sprachkompetenztests der Förderbedarf festgestellt. Die von den Deutschlehrern durchgeführten Tests betreffen das Hör- und Leseverstehen, die Rechtschreibkompetenz, die sprachliche und grammatische Sicherheit sowie das grammatikalische Wissen der Schüler. Die Auswertung der Tests bildet die Basis für die Einteilung der Schüler in verschiedene Fördergruppen. Soweit es Organisation und Personaldecke zulassen, sollten in einem drei-zügigen Jahrgang mindestens vier Gruppen zustande kommen, wobei Schüler mit größeren Defiziten in den oben erwähnten Bereichen zu möglichst kleinen Gruppen zusammengefasst werden sollten. Die Gruppen werden einmal pro Woche von einer Fachlehrerin unterrichtet. Um die Motivation der Schüler nicht zu beeinträchtigen, sollte die Förderstunde möglichst nicht in eine 6. Stunde gelegt werden.Schwerpunkte der Förderung
In den einzelnen Gruppen werden je nach Bedarf folgende Schwerpunkte gesetzt:• Training des Hörverstehens
• Förderung des Lese- und Textverstehens
• Förderung der Rechtschreibsicherheit
• Förderung der grammatischen Sicherheit
• Förderung der sprachlich-kreativen Fähigkeiten
Richtig schreiben lernen
Erfahrungsgemäß tauchen die größten Defizite in den Bereichen Rechtschreibung und Leseverstehen auf. Beiden Bereichen wird daher in den Jahrgangsstufen 5 und 6 besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Gemäß dem Grundsatz, dass man richtiges Schreiben nur durch Schreiben lernt, werden den Schülern zahlreiche Schreibanlässe geboten. Über die Methode des richtigen Abschreibens im Sinne eines mehrkanaligen Lernens, über das Wiederholen schwieriger Wörter und Wortgruppen in verschiedenartigen Übungen sollen die Schüler allmählich zu einer automatisierten Rechtschreibung gelangen. In den Übungssequenzen werden Schwerpunkte behandelt, die gerade schwache Rechtschreiber vor große Probleme stellen: Großschreibung, Zusammenschreibung, die graphische Wiedergabe gleicher und ähnlicher Laute, die graphische Wiedergabe langer und kurzer Vokale, der s-Laut, die Silbentrennung, Zeichensetzung sowie die Schreibweise häufig gebrauchter Fremdwörter. Im Rahmen der Rechtschreibförderung wird Wert darauf gelegt, dass Schüler ihre individuellen Fehlerschwerpunkte erkennen und bearbeiten. Über das Sammeln von Problemwörtern und das Erstellen eines Fehlerprofils sollen die Schüler in die Lage versetzt werden, ihre eigenen Rechtschreibprobleme selbstständig zu lösen. Durch Übungsaufgaben werden die Schüler zum Gebrauch von Wörterbüchern angeleitet. Ebenso mit Blick auf die angestrebte Selbstständigkeit werden die Lernenden auch im Förderunterricht motiviert, ihre Mappen oder Hefte so zu führen, dass sie das Lernen unterstützen. Richtig Lesen lernen Im Bereich der Leseförderung wird durch unterschiedliche und motivierende Übungsangebote die Fähigkeit geschult, das Gelesene zu verstehen. Geübt werden Techniken des aktiven Lesens wie: Unterstreichen, Herausschreiben von Kerngedanken, lautes Lesen wichtiger Wörter und Sätze, Aufsagen und Aufschreiben wichtiger Inhalte aus dem Gedächtnis. Trainiert werden ebenso das schnellere, bessere und fehlerfreie Lesen sowie das gute, betonte Vorlesen.Grundsätze der Förderung
Das Förderkonzept berücksichtigt die lernpsychologischen Grundsätze des systematischen Wiederholungslernens und des mehrkanaligen Lernens. Da gerade in der Lese- Rechtschreibförderung das rechtshemisphärische Lernen beachtet werden sollte, werden auch praktische Lernaufgaben gestellt: rhythmisch-sprechmotorisches Einprägen, Reimen, Bebildern, farbliches Gestalten … Konzentrationsfördernde Einheiten sowie Übungen zur Entspannung und Auflockerung tragen der Konzentrationsspanne der Zehn- bis Zwölfjährigen Rechnung. Den Lehrerinnen, die den Förderunterricht erteilen, ist klar, dass Schwächen im sprachlichen Bereich nur mit viel Geduld behoben werden können. Zielstrebig, aber geduldig fordern – nach diesem Leitsatz möchten wir die sprachlichen Kompetenzen unserer Schüler in der Erprobungsstufe fördern.Besondere Förderung der guten Schüler
Für den Förderunterricht im Fach Deutsch hat die Arbeitsgruppe der Realschule entschieden, sowohl für die 5. als auch für die 6. Jahrgangsstufe eine Fördergruppe „Kreatives Schreiben“ einzurichten. In dieser Gruppe können die Schüler arbeiten, die aufgrund der Ergebnisse des Sprachkompetenztests in den anderen Fördersparten keinen besonderen Förderbedarf haben. In dieser Gruppe sollen in einem Jahresprojekt besonders gefördert werden: • die schöpferischen Kräfte durch Textproduktion• die kommunikativen Fähigkeiten durch Sprachhandeln in der Gruppe
• geistige Beweglichkeit durch Improvisation beim Spiel
• Sicherheit im Auftreten durch Vorspielen und Vorsprechen
• Vertiefung der Arbeit in den verschiedenen Textsorten (Fantasiegeschichte, Sachtext, Recherche, Gedicht, Umwandlung eines Textes in eine andere Textsorte, Beschreibung, Tagebuch, Dialog, Lügengeschichte, Brief etc.)
• Freude an der Sprache durch Sprachspiele und Sprachexperimente
• Vertiefung von Themen durch ein fächerübergreifendes Arbeiten (Kunst, Musik, Biologie, Erdkunde, Geschichte, Sprachen)
• Arbeit mit der Stimme durch kleine Dialoge mit verstellter Stimme und Vortrag
• Selbstverständlicher Umgang mit neuen Medien durch die Arbeit mit dem PC (Text und Bildbearbeitung)
In beiden Jahrgangsstufen wird in Projekten gearbeitet. Dabei liegt der Schwerpunkt für die Klasse 5 bei der Textproduktion. An verschiedenen Stationen lernen die Schüler, wie man ein Buch herstellt. In der 6. Klasse steht das Schreiben und Spielen eines Theaterstückes im Vordergrund. Dabei geht es darum, ein Stück zu finden, in dem die ganze Gruppe mitspielen kann, das aber in Einzelszenen geschrieben und in kleineren Gruppen eingeübt werden kann.
Das Förderkonzept Mathematik
Diagnostik im Hinblick auf mathematische Fähigkeiten wird wie folgt durchgeführt:• Beobachtung im Unterricht (mündliche und schriftliche Mitarbeit)
• Lernzielkontrollen: Analyse der Fehlerschwerpunkte, u.a. durch Verbalisieren, um einen Einblick ins Denkschema der Kinder zu bekommen.
Formen der Fördermaßnahmen sind
• Förderunterricht als differenzierter Unterricht (Berücksichtigung der Lernvoraussetzungen aller Schülerinnen und Schüler)• Förderunterricht als Stützunterricht bei Lernrückständen
- als innere Differenzierung mit der ganzen Klasse
- mit klassenübergreifenden Gruppen (Klassen 5, 6 und 7).
• Förderunterricht als Stützunterricht bei Schülerinnen und Schülerinnen und Schüler, die die gymnasiale Oberstufe besuchen möchten
- als innere Differenzierung mit der ganzen Klasse
- mit klassenübergreifenden Gruppen (Klasse 10).
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